ElbschulEltern

Ombudsstelle Inklusive Bildung veröffentlicht ihren ersten Bericht.

Die Ombudsstelle bietet kostenlose, neutrale sowie unabhängige Hilfe bei Fragen der sonderpäda­gogischen Förderung. Darüber hinaus beraten und vermitteln die Ombudspersonen Schüler und Eltern in Konfliktfällen und bei Widerspruchsverfahren.

Der erster Arbeitsbericht betrachtet den Zeitraum von Mai 2013 bis April 2014. Im Fazit findet sich vermutlich der eine oder andere Leser wieder:

  • Der hohe Beratungs- und Unterstützungsbedarf im Hinblick auf die Genehmigungen und Gestaltungen der Schulbegleitungen wird möglicherweise zurückgehen, da neue Dienstanweisungen und Richtlinien zum Einsatz von Schulbegleitungen zum Schuljahr 14/15 gelten. Damit werden Antragsstellung und Bearbeitungswege für Eltern und Schulen transparenter.
  • Die Ombudsstelle musste wahrnehmen, dass es nicht überall gelungen ist, die individuelle sonderpädagogische Ressource für Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarfen von Schuljahresbeginn für das Kind zur Verfügung zu stellen. Für die Eltern ist häufig nicht transparent, in welchem Umfang, von welcher pädagogischen Fachkraft und in welchen Situationen ihr Kind individuell und zieldifferent gefördert wird.
  • Es wurde deutlich, dass den Eltern sonderpädagogische Gutachten und/oder Förderpläne nicht oder nicht ausreichend erläutert werden. Nicht alle Gutachten oder Förderpläne entsprechen in der Fachlichkeit den Vorgaben der BSB. Der „Verwaltungsakt“ einer Unterschrift der Eltern unter dem Förderplan und/oder dem Gutachten wird nicht in allen Schulen beachtet.
  • Die Ziele und Inhalte der Förderpläne spiegeln aus Sicht der Eltern nicht immer die tatsächlichen Fördermaßnahmen wider. Sie sind teilweise sehr global gefasst, was zu Unklarheiten bei der konkreten individuellen Förderung führt.
  • Nicht immer ist den Eltern, insbesondere bei Schülerinnen und Schülern mit einer speziellen Behinderung deutlich, an welchen Bildungsinhalten ihr Kind arbeitet. Daraus resultierend besteht der Eindruck, dass es für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischen Förderbedarfen, die zieldifferent unterrichtet werden, keine zielklare didaktisch/methodische Struktur im Fächerkanon gibt. Es ist wünschenswert, dass es für Schülerinnen und Schüler, die zieldifferent unterrichtet werden, verbindliche Richtlinien gibt.
  • Eltern behinderter Schüler und Schülerinnen sind im besonderen Maße sensibilisiert für die meist schwierige Situation ihres Kindes im Schulwesen. Eltern, die die Ombudsstelle mit einem Sach- oder Fachproblem aufgesucht haben, bringen auch zum Ausdruck, dass sie den Eindruck haben, dass die Schule sich noch intensiver als ein inklusives Bildungssystem verstehen sollte.

Vollständiger Bericht:  2014_11_20_bericht-ombudsstelle